raus aus frames ! Die Seiten der Sozialistischen Jugend - Die Falken im Kreisverband Bad Doberan
  aktuelles   über uns   unterwegs   regional   politisch   jetzt Du!   inhaltlich
[SJD-Die Falken]
  Falken   Wir   Projekte   Bilder   Chronik   Damals   Weltweit
[nix] [nix] [nix] [nix] [nix] [nix] [nix]

[gehe zur neuen Version / go to a newer version]

[Falkenecke - bitte klicken] "über uns - Falken"
Traditionen unseres Verbandes

Geschichte - verbunden mit der Arbeiterbewegung sein Anbeginn
Fahne - ist rot, was auch sonst?
Blauhemd - sieht nicht zufällig nach Arbeitskittel aus
Gruß - "Freundschaft"
Name - "Rote Falken"
Lieder - der Falken und der internationalen Arbeiterbewegung
"Tradition heißt nicht Asche aufheben,
sondern die Flamme am Brennen halten."
Jean Jaurès
französischer Sozialist

[nach oben]

[unsere Fahne] Fahne

Das unsere Fahne rot ist, dürfte kaum erstaunen. :-)

Wer es doch noch nicht weiß: rot ist die Farbe der Arbeiterbewegung und aus der kommen auch die Falken.

Der Kreisverband besitzt seit 1993 eine Fahne. Sie begleitet uns bei allen Fahrten. Seit 1999 besitzen wir eine zweite Fahne. Auch, weil manchmal mehrere Fahrten und Zeltlager gleichzeitig stattfinden.

Auáerdem haben wir einen kleinen Wimpel. Er flatterte schon am Fahrrad oder am Kanu.


[nach oben]

"Im blauen Hemd ...

... ein jeder uns kennt - wir sind die Roten Falken" heißt es unmißverständlich in einem Lied der Kinderfreunde aus den 20er Jahren. Wie der Gruß "Freundschaft" kam auch das blaue Hemd mit rotem Tuch aus der Kinderfreundebewegung und ging allmählich auf die Jüngeren-Gruppen der SAJ über.

[kleines Bild Doberaner SAJ 1928] SAJ-Gruppe in Bad Doberan 1928

Beide traditionellen Symbole der Falken wurden nach 1945 in der SBZ/DDR von der FDJ übernommen. Und weil es verständlicherweise in der FDJ mehr Mitglieder gab als bei den Falken und über die DDR mehr im Fernsehen berichtet wurde, glaubten im Westen manche, daß sich die Falken nach FDJ-Manier kleiden würden. Vor einigen Jahren nahm die bayrische Polizei in Nürnberg einen ganzen Trupp Falken im Blauhemd vorläufig fest, weil sie glaubte eine Nachfolgeorganisation der verbotenen FDJ dingfest machen zu müssen.

Aber es war auch schön zu sehen, wie sich ein CSU-Innenminister entschuldigen mußte.

Das Blauhemd-Mimikry der kommunistischen Jugendorganisationen hatte durchaus Tradition. Aus dem Jahre 1929 ist überliefert, daß der kommunistische Jugendverband "Antifaschistische Junge Garden" gründete und die mit blauem Hemd und rotem Schlips ausstattete. Wohl in der Absicht, mit den Rote-Falken-Gruppen verwechselt zu werden. Die SAJ-Zeitschriften riefen deshalb dazu auf, zum blauen Kittel immer auch das SAJ-Abzeichen zu tragen.

Aber die Zeiten sind vorbei, als die kommunistische Jugend antrat zur "Zerschlagung der sozialfaschistischen Organisationen" sie meinte damit ihren erklärten Hauptfeind, die sozialistisch/sozialdemokratischen Verbände. Auch die Zeit ihrer Nachfolger ist vorbei.

Heinrich Eppe

Blauhemd
Traditionelles Kleidungsstück der Falken seit den 20er Jahren; zuweilen mit rotem Halstuch getragen. In den unterschiedlichen Bezirken und Orstverbänden weniger oder stärker verbreitet. Die FDJ in der DDR hat nach dem 2. Weltkrieg das Blauhemd von den Falken "übernommen". Das Blauhemd der FDJ darf in der Bundesrepublik als Symbol einer verbotenen Organisation nicht getragen werden. Das Blauhemd der Falken ist davon freilich nicht betroffen. (Das Falken-Blauhemd hat keine militärischen Schulterklappen, wie das der FDJ).
Rechtsgrundlage: Bekanntmachung des Bundesministeriums des Innern vom 6.10.1978 PI4-122 319 II, in der es heißt, daß die Mitglieder der Falken berechtigt sind, "öffentlich oder in einer Versammlung als äußeres Zeichen ein blaues Hemd und ein rotes halstuch zu tragen" (veröffentlicht im Gemeinsamen Ministerblatt (GMBl) 1978, S.593.

aus "Kleines Falken ABC" von Heinrich Eppe, 1997


[nach oben]

"Freundschaft"

Gruß der Falken (steht so in der Satzung der Falken).
Von den österreichischen Kinderfreunden in den 20er Jahren übernommen, die ihn ihrerseits bei der Arbeitersportbewegung entlehnt haben. Seit etwa 1928/29 auch in der Sozialistischen Jugend üblich.
Nach 1945 von der FDJ in der DDR "übernommen".

aus "Kleines Falken ABC" von Heinrich Eppe, 1997

"Frei Heil!" - "Freundschaft!" - "Freiheit"
In der ersten Hälfte der 20er Jahre grüßten sich die Mitglieder der Sozialistischen Arbeiterjugend mit "Frei Heil", ein Gruß der wohl von den Arbeitersportverbänden übernommen worden war. Die Kindfreunde übernahmnen aus Österreich den Gruß "Freundschaft". Er gefiel auch vielen Jugendlichen in der SAJ. Er war persönlicher, aussagekräftiger und klang nicht so unangenehm nach "Heil Dir im Siegerkranz". In den SAJ-Gruppen wurde zeitweise so laut darüber diskutiert, welcher Gruß denn nun der bessere sei, daß die reichszentralen Zeitschriften darüber berichteten. Die Diskussion ging bis 1929. Auf dem großen Internationalen Jugendtag in Wien im Juli 1929 schloß Otto Felix Kanitz seine flammende Begrüßungsansprache mit einem kräftigen "Freundschaft!". Das Echo kam aus 50.000 Kehlen begeistert zurück. Damit waren auch in Deutschland die Diskussionen ausgestanden.
Begegneten SAJ-Mitglieder Naturfreundejugendlichen auf der Straße grüßten sie mit "Freundschaft!" und es kam ihnen ein munteres "Berg frei" entgegen. Kam ein Hitlerjunge, war es mit der "Freundschaft" vorbei. Für ihn gab es den trotzig-kämpferischen Gruß "Freiheit!". Aber 1933 war es auch damit zu Ende.
Beim Wiederaufbau der Falken nach 1945 war es keine Frage wie die Verbandssatzung beginnen sollte: "Unser Zeichen ist der Rote Falke - Unser Gruß heißt »Freundschaft!«". Und so ist es bis heute geblieben.

Heinrich Eppe


[nach oben]

"Rote Falken"

Woher kommen die Namen unseres Verbandes?
"Sozialistische Jugend Deutschlands" ergibt sich fast von selbst, könnte man meinen. Aber das war nicht immer so. Von der Gründung an, im Jahre 1904, bis 1918 durften sich die Arbeiterjugendvereine keinen Namen geben, der sie als politische Organisationen kenntlich gemacht hätte. Begriffe wie "sozialistisch", oder "sozialdemokratisch" in ihrer Vereinsbezeichnung hätten sofort zur Auflösung geführt. Sie nannten sich deshalb "Arbeiterjugendverein", "Freie Jugend", "Verein der jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen". Auch noch nach 1918 nannte sich die Reichsorganisation der mehrheits-sozialdemokratischen Jugend zunächst noch "Verband der Arbeiterjugendvereine Deutschlands". Erst nach der Vereinigung mit dem sozialistischen Flügel der SPJ (Sozialistische Proletarierjugend) im Oktober 1922 wählte sie den Namen "Sozialistische Arbeiterjugend Deutschlands" (SAJ).

Die sozialdemokratische Kinderorganisation in der Weimarer Republik hieß, nach ihrem österreichischen Vorbild offiziell "Reichsarbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Deutschlands".

Und die "Falken"?
Der Name "Falken" entstand im Frühsommer des Jahres 1925 am Schreibtisch des Redakteurs der österreichischen Kinderfreunde-Zeitschrift "Kinderland" Anton Tesarek. Für das Juni-Heft erfand er die Geschichte einer Kinderfreundegruppe, die sich auf einer Wanderung den Namen "Rote Falken" gab. Dieser "Versuchsballon" fand ein lebhaftes Echo bei den 12-14jährigen in Kinderfreunde-Gruppen. In wenigen Monaten übernahmen viele Gruppen diesen Namen. Bald gab es "Jungfalken", "Rote Falken", "Sturrnfalken". Auch das Symbol des typischen österreichischen Falken findet sich zum ersten Mal in der Märzausgabe 1926 von "Kinderland", allerdings noch im "Geier-Sturzflug". Zu dieser Zeit war der zündende Funke schon auf andere Länder übergesprungen, in denen die Zeitschrift gelesen wurde, in die Tschechoslowakei, nach Lettland und nach Deutschland, wo sich Eggert Meyer von den Kinderfreunden Hamburg - St. Pauli um die Propagierung des neuen Namens erfolgreich kümmerte. Im Laufe des Jahres 1926 waren die deutschen Kinderfreunde "Falken" geworden. Im Unterschied zum Verständnis der österreichischen Falken waren in Deutschland "Nestfalken", "Jungfalken" und "Rote Falken" eine reine Altersaufteilung. In Österreich hingegen mußten Proben und "Prüflungen" bestanden werden, um z.B. als "Jungfalke" ein "Roter Falke" zu werden. Die deutschen Kinderfreunde lehnten solche Leistungsproben ab.
"Rote Falken" bei den Kinderfreunden waren die 12-l4jährigen. Um 1928 übernahm auch die SAJ den Namen "Rote Falken" für ihre Jüngeren-Gruppen der 14-l6jährigen. So gab es sowohl bei den Kinderfreunden als auch in der Jugendorganisation "Rote Falken"-Gruppen.

In den Jahren 1945 bis 1947 genehmigten die Besatzungsbehörden kaum Organisationsnamen, die eine eindeutige politische Ausrichtung vermuten ließen. So schlossen sich die Falkengruppen unter den verschiedensten "unverdächtigen" Namen zusannnen wie "Volksjugend" (Hannover), "Jugendbund Freundschaft" (Frankfurt), "Braunschweiger Jugendbund", "Freie Jugendbewegung-Die Falken" (Dortmund / Gelsenkirchen). Als die Besatzungsmächte ihre Haltung lockerten, kehrten die Gruppen sofort zu ihren Namen und nannten sich - da nun Kinder und Jugendliche in einem Verband vereint waren - "Sozialistische Jugendbewegung - Die Falken". Auf der 3. Verbandskonferenz 1951 in Heidelberg, gab sich der Verband seinen bis heute gültigen Namen: "Sozialistischen Jugend Deutschlands - Die Falken". Damit wollte er auch zum Ausdruck bringen, daß er am Anspruch auf Betätigung in ganz Deutschland festhielt. Nach der Vereinigung 1990 war deshalb eine Namensanderung nicht erforderlich.

Heinrich Eppe


[nach oben]

[Jean Jaurès]

Jean Jaurès, geboren 03.09.1859, ermordet 31.07.1914, gilt als der Vater des französischen Sozialismus, 1901 gründete er die Sozialistische Partei Frankreichs, 1904 die Zeitung "l’Humanite". Er kämpfte für Völkerverständigung und Frieden, gegen den Nationalismus und die aufziehende Kriegsgefahr. 1914 starb er in Folge eines politischen Attentates. Seine Grabstätte befindet sich im Parthenon Paris, wie etwa die von Victor Hugo.

  • "Das Vaterland gehört denen, die nichts anderes haben."
  • "Die größten Menschen sind jene, die anderen Hoffnung geben können."
www.sjd-falken.de
falken@sjd-falken.de
  Sozialistische Jugend - Die Falken im Kreisverband Bad Doberan
  D-18209 Bad Doberan, Alexandrinenplatz 8, Telefon/Fax: +49 038203 62622
[kleiner Falke - zum Seitenanfang]
Stand: 13.10.1999   thomas@sjd-falken.de   ©