raus aus frames ! Die Seiten der Sozialistischen Jugend - Die Falken im Kreisverband Bad Doberan
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Geschichte unseres Verbandes
Anhang und Literatur
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aus: § 17 des Reichsvereinsgesetzes vom 19.04.1908:

Personen, die das achtzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, dürfen nicht Mitglieder von politischen Vereinen sein und weder in den Versammlungen solcher Vereine, sofern es sich nicht um Veranstaltungen zu geselligen Zwecken handelt, noch in öffentlichen politischen Versammlungen anwesend sein.

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aus: SPD - Geschichte der deutschen Sozialdemokratie (s. Literatur):

"Kinderfreunde" und "Rote Falken"

Dem Wohl und der Förderung von Arbeiterkindern widmeten sich die "Kinderfreunde". 1924 konstituierte sich ein zentraler Verband unter Vorsitz des Reichstagsabgeordnten Kurt Löwenstein. Im Vorstand war der ADGB, die Arbeiterwohlfahrt, SPD und SAJ vertreten. Nach Löwenstein gehörten Kinder nicht nur der Familie, sondern auch "der gesamten Klasse". Die Arbeiterklasse müsse "bestimmenden Einfluß gewinnen auf das Wachstum ihrer Kinder ... aktiv werden in der Wahrnehmung ihrer heiligsten Interessen." Die Bourgeoisie raube der Arbeiterklasse ihre Kinder, jedes Kind, das "ideologisch festgehalten wird in den Werturteilen der Bourgeoisie, jedes Kind, dessen Hoffen und Sehnen sich in die Ergebenheit an die Mächte der Vergangenheit verliert, ist ein Verlust im Klassenkampf."

Fern solcher ideologischer Phraseologie entwickelten sich die Kinderfreunde zu einer sozialistisch-demokratisch orientierten Pfadfinderorganisation. In Zeltlagern ("Rote Kinderrepubliken") übten die blau uniformierten Kinder koedukativ soziales Zusammenleben, machten sich mit demokratischen Strukturen vertraut und genossen ein breites Freizeitangebot wie Sport und Bastelarbeiten. 1930 gehörten den Kinderfreuden 200.000 Kinder und Eltern an; 4.500 Gruppen existierten in fast 800 Gemeinden. Kurze Zeit, von 1928-1930, waren sie sogar als staatlich geförderte Jugendpflegeorgansation anerkannt.

Bis 14 Jahre "Roter Falke" bei den Kinderfreunden, konnten die Jugendlichen ab 14 der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) beitreten.

Die "Sozialistische Arbeiterjugend (SAJ)"

Die SAJ (Sozialistische Arbeiterjugend) war aus dem Zusammenschluß des Verbandes der Arbeiterjugendvereine und der Sozialistischen Proletarierjugend der USPD hervorgegangen. Die aus der (M)SPD kommenden Jugendfunktionäre wie Erich Ollenhauer verstanden ihre Arbeiterjugendvereine als romantisch-idealistische und nationale, staatsbejahende Kulturorganisationen. Dies stieß innerverbandlich auf Opposition, die durch die neuen USPD-Jugendlichen Unterstützung erhielt. Die weitere Verbandsgeschichte war von diesem Links-Rechts-Gegensatz geprägt. Die Führung der SAJ bemühte sich in der Folgezeit, loyal und unkritisch die Linie des Parteivorstandes zu unterstützen und linke oppositionelle Kräfte unter dem Beifall der Parteiführung auszuschließen.

Auch die von Ollenhauer herausgegebene Zeitschrift "Arbeiterjugend" war vorstandstreu und unterdrückte jegliche Kritik. Die rigoros-autoritäre Verbandsführung trug wesentlich dazu bei, daß sich jüngere Menschen kaum noch gewinnen ließen. Die Mitgliederzahlen der SAJ halbierten sich von 1924 auf 55.000 gegen Ende der Weimarer Republik.

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Im "Völkischen Beobachter" war am 21. März 1933 eine kleine Meldung zu lesen:

"Am Mittwoch wird in der Nähe von Dachau das erste Konzentrationslager mit einem Fassungsvermögen für 5000 Menschen errichtet werden. Hier werden die gesamten kommunistischen und, soweit dies notwendig ist, Reichsbanner- und sozialdemokratischen Funktionäre, die die Sicherheit des Staates gefährden, zusammengezogen, da es auf die Dauer nicht möglich ist und den Staatsapparat zu sehr belastet, diese Funktionäre in den Gerichtsgefängnissen unterzubringen. Es hat sich gezeigt, daß es nicht angängig ist, diese Leute in Freiheit zu lassen, da sie weiter hetzen und Unruhe stiften. Im Interesse der Sicherheit des Staates müssen wir diese Maßnahme treffen ohne Rücksicht auf kleinliche Bedenken. Polizei und Innenministerium sind überzeugt, daß sie damit zur Beruhigung der gesamten nationalen Bevölkerung und in ihrem Sinne handeln."

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"... und sie werden nicht mehr frei ihr ganzes Leben ..."

Adolf Hitler (02.12.1938): "Diese Jugend, die lernt ja nichts anderes als deutsch denken, deutsch handeln, und wenn nun diese Knaben mit zehn Jahren in unsere Organisation hineinkommen und oft zum erstenmal überhaupt eine frische Luft bekommen und fühlen, dann kommen sie vier Jahre später vom Jungvolk in die Hitlerjugend, und dort behalten wir sie wieder vier Jahre, und dann geben wir erst recht nicht wieder zurück in die Hände unserer alten Klassen- und Standeserzeuger, sondern dann nehmen wir sie sofort in die Partei, in die Arbeitsfront, in die SA oder in die SS, in das NSKK und so weiter. Und wenn sie dort zwei Jahre oder anderthalb Jahre sind und noch nicht ganze Nationalsozialisten geworden sein sollten, dann kommen sie in den Arbeitsdienst und werden dort wieder sechs und sieben Monate geschliffen, alle mit einem Symbol, dem deutschen Spaten. Und was sie dann nach sechs oder sieben Monaten noch an Klassenbewußtsein oder Standesdünkel da oder da noch vorhanden sein sollte, das übernimmt dann die Wehrmacht zur weiteren Behandlung auf zwei Jahre, und wenn sie nach zwei oder drei oder vier Jahren zurückkehren, dann nehmen wir sie, damit sie auf keinen Fall rückfällig werden, sofort wieder in die SA, SS und so weiter, und sie werden nicht mehr frei ihr ganzes Leben, und sie sind glücklich dabei".


"... eine Jugend ... vor der sich die Welt erschrecken wird ..."

Adolf Hitler (zitiert nach: Hermann Rauschning, Gespräche mit Hitler, Zürich/New York, 1940; in: Wochenpost Nr. 45/95 vom 2. November 1995 Seite 45): "In meinen Ordensburgen wird eine Jugend heranwachsen, vor der sich die Welt erschrecken wird. Eine gewalttätige, herrische, unerschrockene, grausame Jugend will ich. Schmerzen muß sie ertragen. Es darf nichts Schwaches und Zärtliches an ihr sein. Das freie, herrliche Raubtier muß erst wieder in ihren Augen blitzen. Stark und schön will ich meine Jugend.

So kann ich das Neue schaffen. Ich will keine intellektuelle Erziehung. Mit Wissen verderbe ich mir die Jugend. Am liebsten ließe ich sie nur das lernen, was sie ihrem Spieltrieb folgend sich freiwillig aneignen. Aber Beherrschung müssen sie lernen. Sie sollen mir in den schwierigsten Proben die Todesfurcht besiegen lernen."

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Die 11 Gebote der Jungpioniere
  1. Wir Jungpioniere lieben unsere Deutsche Demokratische Republik.
  2. Wir Jungpioniere lieben unsere Eltern.
  3. Wir Jungpioniere lieben den Frieden.
  4. Wir Jungpioniere halten Freundschaft mit den Kindern der Sowjetunion und aller Länder.
  5. Wir Jungpioniere lernen fleißig, sind ordentlich und diszipliniert.
  6. Wir Jungpioniere achten alle arbeitenden Menschen und helfen überall tüchtig mit.
  7. Wir Jungpioniere sind gute Freunde und helfen einander.
  8. Wir Jungpioniere singen und tanzen, spielen und basteln gern.
  9. Wir Jungpioniere treiben Sport und halten unseren Körper sauber und gesund.
  10. Wir Jungpioniere tragen mit Stolz unser blaues Halstuch.
  11. Wir bereiten uns darauf vor, gute Thälmannpioniere zu werden.
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Die 11 Gesetze der Thälmannpioniere
Zu jedem Gesetz gehörte jeweils noch ein ausführlicherer Text, wie im Katechismus.
  1. Wir Thälmannpioniere lieben unser sozialistisches Vaterland, die Deutsche Demokratische Republik.
  2. Wir Thälmannpioniere tragen mit Stolz unser rotes Halstuch (seit 1973) und halten es in Ehren.
  3. Wir Thälmannpioniere lieben und achten unsere Eltern.
  4. Wir Thälmannpioniere lieben und schützen den Frieden und hassen die Kriegstreiber.
  5. Wir Thälmannpioniere sind Freunde der Sowjetunion und aller sozialistischen Brudervölker und halten Freundschaft mit allen Kindern der Welt.
  6. Wir Thälmannpioniere lernen fleißig, sind ordentlich und diszipliniert.
  7. Wir Thälmannpioniere lieben die Arbeit, achten jede Arbeit und alle arbeitenden Menschen.
  8. Wir Thälmannpioniere lieben die Wahrheit, sind zuverlässig und einander freund.
  9. Wir Thälmannpioniere machen uns mit der Technik vertraut, erforschen die Naturgesetze und lernen die Schätze der Kultur kennen.
  10. Wir Thälmannpioniere halten unseren Körper sauber und gesund, treiben regelmäßig Sport und sind fröhlich.
  11. Wir bereiten uns darauf vor, gute Mitglieder der Freien Deutschen Jugend zu werden.
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7. Das Gelöbnis der Jugendweiheteilnehmer hier 1982/83
Liebe junge Freunde!
Seid ihr bereit, als junge Bürger unserer Deutschen Demokratischen Republik mit uns gemeinsam, getreu der Verfassung, für die große und edle Sache des Sozialismus zu arbeiten und zu kämpfen und das revolutionäre Erbe des Volkes in Ehren zu halten, so antwortet: Ja, das geloben wir!
Seid ihr bereit, als Söhne und Töchter unseres Arbeiter-und-Bauern-Staates nach hoher Bildung und Kultur zu streben, Meister eures Faches zu werden, unentwegt zu lernen und all euer Wissen und Können für die Verwirklichung unserer großen humanistischen Ideale einzusetzen, so antwortet: Ja, das geloben wir!
Seid ihr bereit, als würdige Mitglieder der sozialistischen Gemeinschaft stets in kameradschaftlicher Zusammenarbeit, gegenseitiger Achtung und Hilfe zu handeln und euren Weg zum persönlichen Glück immer mit dem Kampf für das Glück des Volkes zu vereinen, so antwortet: Ja, das geloben wir!
Seid ihr bereit, als wahre Patrioten die feste Freundschaft mit der Sowjetunion weiter zu vertiefen, den Bruderbund mit den sozialistischen Ländern zu stärken, im Geiste des proletarischen Internationalismus zu kämpfen, den Frieden zu schützen und den Sozialismus gegen jeden imperialistischen Angriff zu verteidigen, so antwortet: Ja, das geloben wir!
Wir haben euer Gelöbnis vernommen. Ihr habt euch ein hohes und edles Ziel gesetzt. Feierlich nehmen wir euch auf in die große Gemeinschaft des werktätigen Volkes, das unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer revolutionären Partei, einig im Willen und im Handeln, die entwickelte sozialistische Gesellschaft in der Deutschen Demokratischen Republik errichtet.
Wir übertragen euch eine hohe Verantwortung. Jederzeit werden wir euch mit Rat und Tat helfen, die sozialistische Zukunft schöpferisch zu gestalten.
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Literatur
  • Drushba! Freundschaft? - Von der Kommunistischen Jugendinternationale zu den Weltjugendfestspielen / von Erwin Breßlein, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1973, ISBN 3-436-01689-6
  • Arbeiterjugend 1904 - 1945 / Sozialistische Erziehungsgemeinschaft - Politische Organisation / von Erich Eberts, dipa-Verlag, Frankfurt am Main 1979, ISBN 3-7638-0220-7
  • "Wir haben früh erfahren ..." - Kurze Geschichte der sozialistischen Jugendbewegung/Jugendpflege / von Jochen Zimmer, in: "sozialistische TRIBÜNE - Zeitschrift für sozialistische Theorie" 2/1981, Seite 6 bis 55, Juso-Bundessekretariat, Bonn 1981
  • 80 Jahre Arbeiterjugendbewegung in Deutschland 1904 - 1984 / Jugendpflege - Sozialistische Erziehung - Politischer Kampf / von Wolfgang Uellenberg und Günter Rütz u.a., DOKUMENTE Nr. 25 - Schriftenreihe der Sozialistischen Jugend Deutschlands - Die Falken, Bonn 1984
  • Die Sozialistische Arbeiterjugend Deutschlands (SAJ) - Sozialistischer Jugendverband zwischen politischer Bildung und Freizeitarbeit / von Cornelius Schley, Quellen und Beiträge zur Geschichte der Jugendbewegung, Band 30, dipa Verlag, Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-7639-0230-4
  • Freiheit - Das Reichsbanner Schwarz Rot Gold und der Kampf von Sozialdemokraten in Hessen gegen den Nationalsozialismus 1924-1938 / von Axel Ulrich, herausgegeben vom SPD-Bezirk Hessen-Süd und der Union-Druckerei und Verlaganstalt GmbH, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-922454-11-9
  • Zur Geschichte der sozialdemokratischen Arbeiterjugendbewegung in Mecklenburg von ihren Anfängen bis 1923 / Dissertation von Heike Schröder, Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Rostock 1989
  • Das Wirken der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands in Mecklenburg in den Jahren 1924 bis 1933 / Dissertation von Ulrike Wasser, Philosophische Fakultät der Universität Rostock 1992
  • Leben unterm Hakenkreuz - Alltag in Mecklenburg 1932-1945 / Hermann Langer, Edition Temmen, Bremen/Rostock 1996, ISBN 3-86108-291-8
  • SPD - Geschichte der deutschen Sozialdemokratie (Teil 1 bis 1933) CD-ROM / von Dr. Robert Hofmann, herausgegeben vom Bayerisches Seminar für Politik e.V., München 1996
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Stand: 14.10.1999   thomas@sjd-falken.de   ©