1878 - 1890 die "Sozialistengesetze" zwingen die sich entwickelnde Sozialdemokratie in die Illegalität. An eine eigenständige, sozialdemokratische und reichsweite Kinder- und Jugendorganisation ist nicht zu denken. Alle personelle und finanzielle Kraft gilt dem illegalen Aufbau der Gesamtbewegung. Nach 1890 bilden sich an vielen Orten die verschiedensten Gruppen, mit kulturellem, sportlichem und pädagogischem Inhalt, oft in der Form von Eltern-Kinder-Gruppen.
Vor 1900 gab es im heutigen Sinne für die Mehrzahl der jungen Menschen keine "Jugend". Die Kinder der Arbeiter und Bauern verließen spätestens mit 14 Jahren die Schule und mußten sich quasi als Erwachsene um ihren Lebensunterhalt sorgen und hart arbeiten. "Freizeit" im heutigen Sinne mag es nur wenige Stunden an den Sonntagen gegeben haben. Somit entstand die frühe "Jugendbewegung" vorrangig in bürgerlichen oder kleinbürgerlichen Kreisen, etwa mit dem Beginn des "Wandervogel" der im November 1901 offiziell in Berlin-Steglitz als Verein gegründet wird. An Bedeutung gewinnt ebenso die internationale "Pfadfinder"-bewegung. 1908 Liedersammlung "Zupfgeigenhansel"
Die Arbeiterjugend übernahm später manche Formen, wie auch die utopisch, schwärmerische Neigung, war aber viel unmittelbarer mit der Realität verbunden und demzufolge an konkreten Veränderungen in der Gesellschaft interessiert und somit politisiert.