Es darf nur zu dem im Moment in der Tagesordnung anstehendem Punkt gesprochen werden. Darüber sollte die Versammlungsleitung zu wachen. Auch das ein kameradschaftlicher Stil gewahrt bleibt.
Jeder Redner erhält erst einmal nur eine begrenzte Redezeit, meist drei oder fünf Minuten. Dadurch kommen auch andere Redner und möglicherweise Argumente zu Wort.
Die Redner melden sich oder geben bei großen Versammlungen der Versammlungsleitung schriftlich, also meist auf einem dafür vorgesehenem Zettelchen, bekannt, das sie reden möchten.
Die Versammlungsleitung führt daraufhin die Redeliste in der Reihenfolge der Meldungen. Da wurde dem ersten Redner bereits das Wort erteilt. Anschließend wird der nächste Redner aufgefordert.
Clever ist es, ab und zu die Redeliste zu verlesen und auch schon den übernächsten Redner aufzufordern, sich bereits zu halten. So kann der schon rechtzeitig durch die Stuhlreihen turnen oder sich in der Nähe des Mikrofons postieren.
Nun kann man in der Geschäftsordnung sogar noch ein paar Schritte weitergehen. Via Polylux [oder Overheadprojektor (OHP)] kann die fortlaufend geführte Redeliste den Teilnehmenden "visualisiert" werden. Da behält man noch besser den Überblick.
Man kann die Redeliste quotieren. Das heißt, nach einem Mädchen spricht immer ein Junge und umgekehrt. Wollen keine Jungen mehr reden, dann sprechen die noch auf der Redeliste stehenden Mädchen hintereinander. *
Ein weiterer möglicher Schritt ist das Erstrederecht. Wer schon einmal zum Thema gesprochen hat, muß andere vorlassen, die zum ersten Mal zum Thema sprechen möchten.
So könnte eine quotierte Redeliste mit Erstrederecht zum Beispiel aussehen:
Jungen 2. Karl 4. Erwin 10. Karl (2.) 12. Erwin (2.) 6. Heiner 8. Otto
* [Manche Jusos bezeichnen dieses Verfahren verächtlich als "weiche" Quote. Folglich muß es in ihrem Sinne auch eine "harte" Quote geben: möchte nach einem Mädchen keine Junge mehr reden, dann wird die Debatte beendet, egal wieviele Mädchen sich noch zu Wort melden möchten. Und umgekehrt.]