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"über uns - Wir"
Motto unseres Kreisverbandes
Ein Motto ist immer eine
unvollkommene Verkürzung, der Versuch das bunte Leben und viel
Anspruch in wenigen Wörter wiederfinden zu lassen.
Vorweg: der Kreisverband hat kein ständiges Motto. Die ersten
Jahre nahmen wir einfach das Jahresmotto des Bundesverbandes auch
für uns. Zum Beispiel: "Werdet wild und tut schöne
Dinge!".
Dann entschieden wir uns aber doch für ein eigenes Jahresmotto:
"Man muß es nicht nur wollen, sondern auch können und tun !" |
Und das nutzen wir schon mehrere Jahre! :-)
Johann Wolfgang von Goethe prägte die Sätze:
"Es genügt nicht zu wissen, man muß es auch anwenden. Es genügt nicht zu wollen, man muß es auch tun."
Unser Motto ist gewissermaßen nur eine Variation davon.
Wie Goethe gehen wir ganz unbescheiden davon aus, das Ziele, der Wille, das Wissen und die Tat untrennbar zusammen gehören!
Die Ziele werden in beiden Sätzen nur mit "es" umschrieben und dadurch etwas zurückgenommen. Zum einen, weil es stets eine Vielfalt an Zielen gibt. Jeder bringt seine ganz verschiedenen und persönlichen mit.
Es gibt niemanden, der nicht irgendwelche Ziele verfolgt, auch wenn ihm selber das nicht klar ist oder er sich schämt sie einzugestehen. Das sollte nicht nur materiell gesehen werden und auch nicht sooo hochphilosophisch und bei der Frage nach dem Sinn des Lebens enden. So einfach wie die Antwort darauf, nämlich das der Sinn des Lebens, das Leben selbst ist, kann auch die Antwort nach den persönlichen Zielen ausfallen.
Zusammen im Rahmen des Kreisverbandes definieren sich dann im günstigen Falle weitere gemeinsame Ziele. Manches an Zielen erbt man mit der Zugehörigkeit zu unserem Verband. Doch diese sollten stets hinterfragt und immer wieder neu definiert werden. Es darf sich niemand einspannen lassen, für persönliche Ziele anderer, die diese als "die Ziele" der Falken ausgeben. Sei kritisch!
Das Finden persönlicher und gemeinsamer Ziele ist ein ständiger Prozeß. Wird er aufgehalten, so werden Ziele zu toten Dogmen. Dieser Prozeß läßt sich durch die verschiedenen Formen der Meinungsbildung und der Willensbildung fördern. Diese Techniken gilt es zu lernen und anzuwenden. Belassen wir es beim "es" und setzen wir im Folgenden voraus, daß es persönliche und gemeinsame Ziele gibt.
Der Wille als die Fähigeit und Äußerung des Wollens ist mehr als bloße Absicht. Der Wille nimmt die Tat vorweg. Dazu gehört schon eine feste Entschlossenheit. Zu jeder Entscheidung gehört zwingend die Verantwortung dafür. Dazu muß man bereit sein.
Etwas zu wollen, ohne Ziele zu verfolgen oder nennen wir es anders, seinen Prinzipien zu folgen ist unglaubhaft. Woher kommt die Begeisterung und persönliche Motivation? Das werden sich sicher auch andere fragen und dabei unausgesprochene Ziele vermuten.
Etwas zu wollen, ohne es zu können, löst eher Mitleid aus: "er hat wenigstens guten Willen gezeigt" oder "aber seine Ziele waren richtig". Bald wird man an größere Hürden geraten und scheitern.
Etwas zu wollen, ohne es zu tun, baut Spannungen auf. Die entladen sich früher oder später gegen sich oder andere. Die meisten aber lassen ihre Ziele unerreicht und vergessen hinter sich. In der Jugend wird das schnell unter jugendlichen Überschwang abgehakt und auch verziehen.
Das Wissen und das Können gehören zusammen. Lebenslang kann man dazu lernen. Nie ist man so ganz fertig. Fertigkeiten, Kompetenzen, Methoden und Zusammenhänge. Das Miteinander, das Suchen und Finden. Die wissenschaftliche Theorie und die handwerkliche Praxis.
Etwas zu können, ohne Ziele zu verfolgen oder etwas zu wollen, ist eine unerhörte Verschwendung. Ist es Gleichgültigkeit oder Zynismus? Oder hat man sich selber aufgegeben, abdrängen lassen? Vieles liegt ungenutzt im Verborgenen und wartet darauf aktiviert zu werden.
Etwas zu können, ohne es zu tun, ist ebenfalls Verschwendung. Die kapitalistische Verwertungsgesellschaft verhält sich gleichgültig und zynistisch, wenn sie Menschen keine Möglichkeit gibt, ihr Wissen und Können einzubringen. Gemeint ist dabei allerdings nicht nur die Lohnarbeit, sondern die ganze Breite von Wissen und Können. Wieviel liegt davon brach!
Die Tat ist daß eigentliche Maß. Hier irrt die Bibel nicht: "an ihren Taten sollt ihr sie messen". Ziele, Wille und Wissen treten endlich offen auf. Sie müssen sich an der Umwelt messen und werden entsprechend von den Mitmenschen bewertet. Nun ist man unwideruflich für seine Entscheidung verantwortlich. Zur Tat gehört darum stets eine Portion Mut.
Etwas zu tun, ohne Ziele zu verfolgen oder etwas zu wollen, ist nicht möglich. Spätestens mit der Tat werden die Ziele öffentlich. Leider treten nicht nur unbewußte gute Dinge zutage, sondern leider auch Egoismus, Haß und Zerstörungwut. Auch dafür muß man gerade stehen.
Etwas zu tun, ohne es zu können, ist naiv. Andererseits ist die wohl häufigste Ausrede: "ich kann das nicht". Dabei kann man sich das Wissen und Können erwerben und dann handeln. Oder noch einfacher, es gemeinsam mit anderen versuchen. Man kann schließlich nicht alles selber wissen und können.
Unser Kreisverband ist uns dabei ein brauchbarer Rahmen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Mit diesen Seiten nutzen wir aber auch noch ein anderes Motto:
| "Jung, links, frei und Spaß dabei!" |
Wie kommen wir darauf? Was soll es ausdrücken?
Willy Brandt (1913-1992) prägte das Motto:"links und frei". Auch seine Autobiographie trägt diesen Titel. [Willy Brandt: Links und frei. Mein Weg 1930-1950, Hamburg 1982]. Es ist nicht zufällig das persönliche Lebensmotto des Hamburger Bürgermeisters Ortwin Runde (und sicher nicht nur seines).
![[Willy Brandt]](../d/ywilly.jpg)
Lassen wir Willy Brandt aus "Links und frei" selber sprechen:
- "Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität bleiben die
großen Orientierungspunkte. Doch meine ich, wir sollten den
Zweifel höher setzen als jede Doktrin, die Würde des
einzelnen höher als jedes ihn zur Botmäßigkeit
zwingende Verlangen von Staat oder Partei. Dies ist der Weg, den ich
noch ein Stück mitgehen will: links und frei."
- "Nicht den Menschen will ich ummodeln, weil man ihn
zerstört, wenn man ihn in ein System zwängt; aber ich glaube
an die Veränderbarkeit menschlicher Verhältnisse."
- "Aus gesellschaftlichen Umwälzungen erwächst nicht
automatisch mehr Freiheit für die Menschen. Um Freiheit und
Gerechtigkeit, um das eine wie das andere zu sichern und zu erweitern,
muß gleicher- maßen gerungen werden. Das ist der Sinn von:
Links und frei."
Dein Vorschlag zum künftigen Motto des Kreisverbandes:
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