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Reihe politischer Seminare
"Perspektiven statt Parolen"

Wir Doberaner Falken wollen nicht von anderen instrumentalisiert, manipuliert und entmündigt werden. Wir wollen keine Parolen herbeten, sondern uns ein eigenes Bild machen und unsere eigenen Schlüsse ziehen. Bildungsarbeit ist darum für uns notwendiger Teil, ja die Voraussetzung von politischer Arbeit.
   
Ab 1999 lädt der Kreisverband zu einer Reihe politischer Seminare unter dem Titel "Perspektiven statt Parolen" ein.

  • Programmentwurf für die Reihe im Allgemeinen
  • im ersten Halbjahr 1999:
  • im zweiten Halbjahr 1999:
    • 29.10.-31.10. "Linksextremismus"
    • 12.11.-14.11. "Die (ohn)Macht der Verbraucher"
    • 03.12.-05.12. "Star Trek - eine sozialistische Vision?"
  • im ersten Halbjahr 2000:
    • 28.01.-30.01. "Gewerkschaften - betriebliche Mitbestimmung"
    • 25.02.-27.02. "politische Kommunikation und Einflußnahme"
    • 31.03.-02.04. "Die vierte Gewalt?" - Rolle & Macht der Medien
    • "Studienfahrt 2000" - steht noch nicht fest
  • weiterhin sind vorgeschlagen:
    • "Arbeitskampf in Zeiten der Globalisierung"
    • "Umwelt- und Verkehrspolitik"
    • "Drogen- und Drogenpolitik"
    • "die Parteien - ihre Grundsätze und Ziele"
    • "Sozialismus - Kapitalismus"
 
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Programmentwurf

"Perspektiven statt Parolen" - Reihe politischer Seminare 1999

Ein Zitat aus einem Lexikon katholischer Pfadfinder:

"Politisches geschieht rings um Dich: der neue Lehrplan an der Schule, die Stillegung einer Straßenbahnlinie, der Bau der Stadthalle, die Einführung von Pfandflaschen, die Genehmigung des Fast-Food-Restaurants, der Bau eines Fahrradweges - das alles sind politische Vorgänge, die auch Dein Leben betreffen. Die Entscheidungen werden von Gremien gefällt, die in einer Demokratie gewählt werden. Natürlich kann es niemand allen recht machen, trotzdem müßte jede Entscheidung - nach dem Stand der Erkenntnis - dem Wohl der Allgemeinheit dienen. Den 'Stand der Erkenntnis' kannst Du beeinflussen: informier Dich, sprich mit Politikern, schreibe Leserbriefe, beteilige Dich an Bürgerinitiativen und Nachbarschaftshilfen ..."

[mawa: querweltein ISBN 3-927349-08-9, S.407]

Das Jahr 1998 war geprägt durch die Wahlkämpfe zu den Bundes- und Landtagswahlen. Erschreckend trat dabei zutage, wie wenig gerade Kindern und Jugendlichen von den Grundregeln der Demokratie und ihrer Institutionen wahrnehmen und verstehen. Politik gilt ihnen als ein "Geschäft", das weit entfernt und nach von ihnen nicht durchschaubaren Regeln arbeitet. Die Gesellschaft und insbesondere auch die Schulen unternehmen zu wenig, um Kindern und Jugendlichen Einblick und Verständnis in die Grundregeln der Demokratie und ihrer Institutionen zu vermitteln.

Es ist aber nicht so, daß sich Kinder und Jugendliche nicht für "das Politische" an sich interessieren. Diese These wird unterstützt durch die auch in unserer Region zunehmende Durchdringung der Jugendkulturszene durch rechtsextreme Einflüsse. Und dies insbesondere dort, wo umfassende andere Angebote im Freizeitbereich für Kinder und Jugendliche fehlen. Vor Jahren mag es noch nur "chic" gegolten haben, zur rechten Szene zu gehören und war Ausdruck von Freizeitverhalten und das trifft sicher auch heute noch auf viele jugendliche "Mitläufer" zu. Wer aber lange genug der Szene angehört, bezieht ein durch geschichtliche Kenntnisse geprägtes und quasi geschlossenes, wenn auch diffuses Weltbild. Die Szene politisiert sich, was seinen Ausdruck auch im massiven Wahlkampf der rechtsextremen Parteien findet.

Die Wahlergebnisse, auch in unserer Region zeigen zwar, das der übergroße Teil der Bevölkerung dumpfen Parolen nicht folgt. Bei den Erst- und Jungwählern erreichten die Rechtsextremen aber einen höheren Stimmanteil. Es ist ein Irrglauben, zu hoffen, daß Problem würde sich von "selbst" lösen.

Die ganze Gesellschaft ist und bleibt gefordert. Auch Kinder- und Jugendverbände können und sollten daran mitwirken. Sie vermitteln demokratische Werte durch ihre demokratische innere Struktur. Sie können politisches Wissen kind- und jugendgerecht vermitteln. Sie können politisches Handeln anschaulich vor Ort einbringen.

"Perspektiven statt Parolen" heißt die Reihe politischer Seminare, die uns etwas vom nötigen theoretischen Hintergrund und praktischem Handwerk dabei vermitteln soll.

Im ersten Halbjahr 1999 sind folgende Seminare geplant:

  • "Politik vor Ort"
  • "politische Kommunikation"
  • "Rechtsextremismus"
Im zweiten Halbjahr schließen sich folgende Seminare an:
  • "Die (ohn)Macht der Verbraucher"
  • "Star Trek - sozialistische Vision?"
  • "Linksextremismus"
Die Reihe politischer Seminare soll auch in den nachfolgenden Jahren qualifiziert fortgesetzt werden.

Jeweils ein Wochenende wird zur Vertiefung in die Themen genutzt. Den Teilnehmern wird vorab ein Reader mit aktuellen Pressetexten aus der Region und Literaturangaben zugesandt, sowie Thesen als Fragen zur Diskussion gestellt. Es soll so konkret wie möglich an der Lebenswirklichkeit der Teilnehmer gearbeitet werden. Abstrakte und abgehobene theoretische Abhandlungen werden vermieden. Am Wochenende selbst wird jeweils ein Einstiegsreferat vorgetragen und dabei Wert auf multimediale Anschauung gelegt, etwa durch geeignete Videofilme. Die Teilnehmer sollen sich den Zugang zum Thema z.B. in Arbeitsgruppen zu den Thesen selber erschließen und erste Ergebnisse vortragen. Nach dieser Einführung folgt das Hauptreferat durch jeweils einen kompetenten Gast. Daran soll sich eine Diskussion anschließen, die zum einen Antworten auf die vorangestellten Thesen sucht, als auch konkrete Handlungsmöglichkeiten für die Teilnehmer selber aufzeigt. Zu jedem Seminar gehört neben dem formellen Teil ebenso der informelle. Bei Sport, Spiel und gemeinsamer Zubereitung des Essens lernen sich die Teilnehmer untereinander kennen, können sich vom Thema entspannen oder sich in kleineren Runden zum Thema weiter austauschen.

 
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"Politik vor Ort" 08.01.-10.01.99

Programmentwurf Ausschreibung Umsetzung Auswertung

 
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"politische Kommunikation"

Programmentwurf

Politik vermittelt sich zum einen oft in einer nicht jugendgerechten Form. Aber auch den meisten Erwachsenen dürfte es schwer fallen, einer Versammlung mit Anträgen, Geschäftsordnungsdebatten und Wahlen zu folgen und entsprechend ihrer eigenen Interessen einzugreifen. Dabei sind die Grundprinzipien, ob im Kleingärtnerverein oder im Bundestag, stets die gleichen. Was also verbirgt sich hinter Begriffen wie "Tagesordnung", "Geschäftsordnung" usw.? Welche Möglichkeiten hat der Teilnehmer? Wir lesen aus verschiedenen "Satzungen" und "Geschäftsordnungen".

Politik vermittelt sich, gerade in Versammlungen über die Rede. Nur wer einige handwerkliche Grundregeln im sicheres Auftreten, in Körpersprache und Rhetorik beherrscht, wird in größerer Runde Meinungen mit bilden können. Wir stellen gute und schlechte Beiträge vor und üben praktisch die einfachsten Grundregeln. Dabei unterstützt uns die Aufzeichnung per Video.

Zur "politischen Kommunikation" gehört unabdingbar die Öffentlichkeitsarbeit. Wir untersuchen die Grundregeln insbesondere der Pressearbeit. Als Gast ist ein/e Pressevertreter/in aus der Region geladen. Als praktische Übung verfassen wir Pressemitteilungen.

Ausschreibung
Umsetzung
Auswertung

 
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"Rechtsextremismus"

Programmentwurf

Wir wollen die Wurzeln des Rechtsextremismus kennen lernen und uns mit seinen Folgen in Geschichte und Gegenwart beschäftigen. Als Gast ist ein anerkannter Historiker und Experte zum Thema aus der Region geladen.

Wir beschäftigen uns mit den Strategien, wie sie sich in der "Theorie der befreiten Zonen" niederschlägt. Ein Beispiel für den Versuch der Umsetzung dieser Strategie lesen wir in der "Wurzen-Broschüre" und im "Positionspapier der JN", der Jugendorganisation der NPD.

Wir versuchen die Parolen der Rechtsextremen zu analysieren und Argumente dagen zu finden. Eine gute Grundlage zur Unterstützung ist dabei das Material des Landesjugendringes "Fair denken".

Ausschreibung
Umsetzung
Auswertung

 
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"Studienfahrt Wien 1999"

Programmentwurf

Wer sich mit den Wurzeln der weltweiten Falkenbewegung beschäftigt, deren Teil der Doberaner Kreisverband ist, dem wird irgendwann der enorme Einfluß des österreichischen Zweiges auffallen. Fast alle Einflüsse, sei es in den theoretischen Grundlagen, wie auch in der praktischen Ausprägung, finden sich im ausgehenden 19., wie im frühen 20. Jahrhundert zuerst in Österreich und wurden erst mit Verspätung auch in Deutschland übernommen. Dazu gehören die pädagogischen Ansätze, wie die typischen "Zeltlager", die "Koedukation", ja selbst die Idee und Name der "Falken".

Wir wollen auf Einladung unserer österreichischen Schwesterorganisationen, den "Kinderfreunden" und der "SJÖ", während einer Studienfahrt nach und durch das historische und gegenwärtige Wien mehr über diese fruchtbare Periode der Falkenbewegung kennenlernen. Warum kamen gerade in dieser Zeit die wesentlichen Impulse aus Österreich? Was verbirgt sich hinter dem Begriff das "Rote Wien"? [Dahinter verbirgt sich eine Periode besonders aufgeklärter und moderner Geisteshaltung und bemerkenswerten Versuchen, die theoretischen Ansprüche der Arbeiterbewegung praktisch und modellhaft umzusetzen und das vor allem in der österreichischen Hauptstadt Wien. Viele Stadtbezirke und soziale Zusammenhänge zeigen das Wirken noch heute.]

Wir tauchen also mitten in die Geschichte ein, lernen Menschen aus dieser Zeit und ihr Wirken kennen. So etwa Anton Tesarek, dem Gründervater der "Falkenidee" und Otto Bauer, dem bekanntesten Vertreter des "Austromarxismus", einer Bewegung, die einen dritten Weg zwischen deutschem "Reformismus" und russischer "Bolschwewismus" suchte. Was geschah vor, am und nach dem 15.07.1927, als Österreich in blutigen Unruhen versank und wie konnte es 1938 zur scheinbar unbehinderten Einverleibung Österreichs in das Deutschland Hitlers kommen? Geschichte im Herzen Europas, ohne die sich nicht die Sicht auf die Geschichte der Periode erschließt. Wir lernen Zeitzeugen kennen, besuchen Museen und Ausstellungen und lernen das kulturelle Leben der Donaumetropole heute kennen.

Gerade auch durch das umfassende kulturelle Programm gemeinsam mit unseren österreichischen Freunden, ist die Studienfahrt ein gutes Angebot auch für Nichtmitglieder.

Untergebracht sind wir bei den Freunden unserer österreichischen Schwesterorganisationen. Wir hoffen, daß sich daraus eine langfristige Zusammenarbeit ergibt.

Zur Fahrt nutzen wir das spezielle und preisgünstige Angebot "Wien-Ticket" der Deutschen Bahn.

Ausschreibung
Umsetzung
Auswertung

www.sjd-falken.de
falken@sjd-falken.de
  Sozialistische Jugend - Die Falken im Kreisverband Bad Doberan
  D-18209 Bad Doberan, Seestraße 13 (alt: Alexandrinenplatz 8)
  Telefon: +49 038203 62622, Fax: +49 038203 63664
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Stand: 05.07.2000   thomas@sjd-falken.de   ©