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Worte: Walter Flex (1887-1917), 1915 Weise: Robert Götz G 1. Wildgänse rauschen durch die Nacht D D7 G mit schrillem Schrei nach Norden. C G Unstäte Fahrt! Habt acht, habt acht! D D7 G Die Welt ist voller Morden. C G Unstäte Fahrt! Habt acht, habt acht! D D7 G Die Welt ist voller Morden. 2. Fahrt durch die nachtdurchwogte Welt, graureisige Geschwader! Fahlhelle zuckt und Schlachtruf gellt, weit wallt und wogt der Hader. Fahlhelle zuckt und Schlachtruf gellt, weit wallt und wogt der Hader. 3. Rausch' zu, fahr' zu, du graues Heer! Rauscht zu, fahrt zu nach Norden! Fahrt ihr nach Süden übers Meer - was ist aus uns geworden? Zieht ihr nach Süden übers Meer; was ist aus uns geworden? 4. Wir sind wie ihr ein graues Heer und fahr'n in Kaisers Namen. Und fahr'n wir ohne Wiederkehr, rauscht uns im Herbst ein Amen! Und fahr'n wir ohne Wiederkehr, rauscht uns im Herbst ein Amen!
Kein anderes Lied unserer kleinen Sammlung brachte bisher mehr Zusendungen per eMail. Einige wiesen auf kleinere Textfehler hin. Auf dieser Seite findet Ihr die Textversion aus der Erzählung "Wanderer zwischen beiden Welten".http://gutenberg.spiegel.de/flex/wandwelt/wandwelt.htmAndere eMail-Schreiber wundern sich, warum wir dieses Lied überhaupt hier aufführen. Komisch, daß genau diese Frage bei anderen Liedern bisher noch nicht gestellt wurde. Wer legt fest, welcher Text von Bedeutung ist und welcher nicht? Niemand behauptet, dies wäre ein echtes Falkenlied. Was genau ist das überhaupt? Wer legt das fest?Einige eMail-Schreiber meinen gar, daß Lied wäre von den Nazis gesungen worden und es stand im Liederbuch der Hitlerjugend. Richtig, aber das ging vielen Liedern so. Darum sollte das einzige Kriterium der Text selber sein. Ist der Inhalt antidemokratisch, nationalistisch oder kriegsverherrlichend? Mitnichten, das Gegenteil ist der Fall!Der Text enstand mitten im mörderischen Stellungskrieg des ersten Weltkrieges. Nicht für irgendein erklärtes Ziel "ist die Welt voller Morden", sondern allein "in Kaisers Namen". Walter Flex, damals 28 Jahre alt sieht Wildgänse nach Norden rauschen und stellt die bange Frage: "was ist aus uns geworden?", wenn sie im Herbst wieder in den Süden ziehen. Wer die ganze Erzählung liest, erfährt es: sein allerbester Freund ist gefallen und zwar "ohne Wiederkehr". Keine Kriegsbegeisterung, keine Heldenverehrung, nur ehrliche Trauer. Der Text ist ein Antikriegstext, wenn auch, zugegeben ein ziemlich hilfloser. Welche Perspektive sollte Flex, selber mitten im Dreck auch wissen? Er fiel 1917, kaum dreißig Jahre alt.Vergleicht den Text mit dem (im deutschsprachigen Raum) berühmtesten Anti-Kriegszeugnis des Ersten Weltkrieges, Erich Maria Remarques Roman "Im Westen nichts Neues" von 1929. Selbst mit einigem Abstand zum Morden findet sich dort keine Perspektive. Ist es nicht ungerecht, an Flex einen anderen Maßstab anzulegen? Remarques Bücher wurden von den Nazis verbrannt, Flex Texte jedoch mißbraucht. Das ist der Unterschied.Heute und mit den Erfahrungen zweier Weltkriege wissen wir mehr. Und trotzdem sterben weltweit täglich Menschen durch Waffengewalt und die "Wildgänse rauschen durch die Nacht..."
Thomas
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Zum traditionellen Erbe der Falken gehören Lieder. Darunter entstammen viele der internationalen Arbeiterbewegung. Kennst Du Falkenlieder und vor allem, würdest Du sie singen?
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