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Tips & Hinweise des Kreisverbandes

"Öffentlichkeitsarbeit"

Tips zum Schreiben - in aller Kürze
Checkliste

Tips zum Schreiben - in aller Kürze

Keine Wörterflut
  • 4 Wörter oder weniger haben 47 Prozent der Sätze in BILD
  • 9 Wörter sind laut dpa die Obergrenze der optimalen Verständlichkeit
  • 14 Wörter im Durchschnitt benötigen die heute Nachrichten
  • 17 Wörter pro Satz ist der Durchschnitt des Johannes-Evangeliums
  • 20 Wörter ist bei dpa die Obergrenze des Erwünschten.

    Keine sprachliche Hochstapelei
    Allgemeinverständlich schreiben heißt, auch Kompliziertes einfach ausdrücken zu können. Es ist fast immer möglich, auf Fremdwörter zu verzichten. Fachausdrücke und Abkürzungen müssen erklärt werden.

    Keine sprachliche Blähung
    Streicht alle Füllwörter. Sie können dem gesprochenen Wort die Würze geben, sind im geschriebenen Text eher Ausdruck von Geschwätzigkeit.
    Z.B.: dann - gar - ja - nun - wohl - selbstredend - allemal - freilich - eigentlich - ausgerechnet - durchaus - das ist aber schlimm - ich bin voll zufrieden...

    Keine Schachtelsätze
    Die einfache Gegenregel lautet: Schreibt schlichte Hauptsätze, mit Subjekt, Prädikat, Objekt. Jeder Schachtelsatz läßt sich in mehrere Sätze aufteilen. Aber: Das Bemühen um kurze Sätze darf nicht dazu führen, daß nur kurze Hauptwortsätze aneinandergereiht werden. Sprache lebt vom Rhytmus. Sie braucht den Wechsel zwischen Haupt- und Nebensätzen, zwischen kürzeren und längeren Sätzen. Die ausschließliche Aneinanderreihung von kurzen Hauptsätzen wirkt in einem längeren Text ermüdend.
    • Nebensätze sind nicht verboten, sie sollten nur kurz sein und am richtigen Platz stehen - an den Hauptsatz angehängt.
    • Ihr bietet den LeserInnen Abwechslung, wenn ihr Sätze durch Doppelpunkt, Semikolon, Gedankenstrich oder Komma aneinanderreiht.
    Schwer verständlich wird ein Satz, wenn zu viele Informationen ohne Gliederung in Haupt- und Nebensätze hineingepackt werden.
    • Nicht: Der durch den Verkauf der von den Falken gedruckten Broschüren erzielte Erlös soll gemeinnützigen Zwecken zufließen.
    • Sondern: Der Erlös aus dem Verkauf der Broschüren, die die Falken gedruckt haben, soll gemeinnützigen Zwecken zufließen.

    Kein Behördendeutsch
    Meidet die Hauptwörter-Flut, verwendet Zeitwörter. Die Ansammlung von Hauptwörtern wirkt unverständlich und gespreizt. Zeitwörter dagegen sind verständlich und anschaulich.
    Vermeidet Wörter auf: -ung, -heit, -keit, -ät, -ion, -ire, -ismus, -nis, -tum, -schaft, -nahme.
    • Nicht: Die Gewährung der Bezuschussung ist in Abhängigkeit von der Erfüllung der Auflagen.
    • Sondern: Der Zuschuß hängt davon ab, daß sie die Auflagen erfüllen.

    Keine Passivkonstruktionen
    • Nicht passiv: Berg. - Von einem bisher unbekannten jungen Mann ist in Berg (Kreis Starnberg) eine 67jährige Rentnerin, die mit ihrer Schwester einen Spaziergang unternommen hatte, ihrer Handtasche mit 400 DM Inhalt beraubt worden. Der Dieb hatte im Vorübergehen...
    • Sondern aktiv: Berg. - Ein bisher unbekannter junger Mann raubte in Berg (Kreis Starnberg) einer 67jährigen Rentnerin die Handtasche mit 400 DM....

    Das richtige Wort
    Euer Text wird nicht wichtiger, wenn ihr eine (ab)"gehobene" Sprache benutzt.
    Nicht: Sondern:
    beinhalten enthalten
    bedürfen brauchen
    verlautbaren mitteilen
    vereinnahmen einnehmen
    verausgaben ausgeben
    Verzicht leisten verzichten
    Mitteilung machen mitteilen
    Zur Anwendung bringen anwenden
    einer Prüfung unterziehen   prüfen
    zur Ausgabe gelangen ausgeben

    Richtig Schreiben
    Respektiert Rechtschreibung, Zeichensetzung, Grammatik

    Check- Liste

    Form
    1. Steht das Wichtigste am Anfang? Ist der Text kürzbar?
    2. Die 6 - W - Fragen: Wer, Was, Wann, Wo, Wie, Warum.
      Sind sie am Anfang beantwortet?
    3. Ist der Aufbau logisch?
    4. Ist die Überschrift informierend, anregend, treffend?
    5. Sind Zwischenüberschriften und Absätze enthalten?

    Inhalt
    1. Sind Information und Meinung getrennt?
    2. Sind die Fakten, Fachbegriffe und Zitate präzise wiedergegeben und nachprüfbar?
    3. Ist die Zielgruppe beachtet worden?
    4. Ist das Thema für die LeserInnen interessant?

    Sprache
    1. Schachtelsätze?
    2. Haben die Sätze die richtige Länge? Ist kein Satz länger als 14 bis 17 Wörter?
    3. Gibt es trotzdem Leseanreize?
    4. Habt ihr überflüssige Substantivierungen vermieden? Aktive Sprache? Starke Verben?
    5. Habt ihr Füllwörter vermieden?
    6. Habt ihr Fremdwörter und Fachbegriffe übersetzt oder erläutert? Abkürzungen vermieden?
    7. Falscher Konjunktiv bei indirekter Rede?
    8. Falsche Zeitwahl?
    9. Korrekte Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung?
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    Stand: 28.02.1999   thomas@sjd-falken.de   ©