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"Aktionsbündnis für
Arbeit und soziale Gerechtigkeit"


Das Aktionsbündnis "Für Arbeit und soziale Gerechtigkeit" Bad Doberan ist ein loser Verbund von Gruppierungen, Organisationen und Parteien, der überparteilich agiert und offen ist für die Zusammenarbeit mit Institutionen und Politikern des Kreises.
Das Aktionsbündnis verfügt über keine eigenen Strukturen, d.h. keiner der in ihm vereinigten Mitglieder ist verpflichtet, sich an allen Aktionen zu beteiligen bzw. alle Themen inhaltlich mitzutragen.

Einzelpersonen können sich bei den jeweiligen Aktionen aktiv beteiligen. aber nicht Mitglied des Aktionsbündnisses werden.

Bisher setzt sich das Bad Doberaner Aktionsbündnis wie folgt zusammen:


Die Mitglieder des Aktionsbündnisses "Für Arbeit und soziale Gerechtigkeit" Bad Doberan wollen dazu beitragen, diese Gesellschaft menschlicher zu gestalten.
Das Aktionsbündnis will Einwohnerinnen und Einwohner zum Nachdenken anregen, aber auch zum aktiven Handeln und zu außerparlamentarischen Aktionen bewegen.
Wir verstehen uns als kritische Begleiter der politischen Machtstrukturen und werden uns unabhängig von den politischen Mehrheitsverhältnissen für "Arbeit und soziale Gerechtigkeit" einsetzen.
 
Das Aktionsbündnis gründete sich im März 1997 und wurde bisher wie folgt aktiv:

  • 8 Montagsdemos für Arbeit und soziale Gerechtigkeit
  • Straßenfest vor dem Münster am 7. Juli 1997
  • Auftritt einer Schülerband vor dem Münster am 04. August 1997
  • Friedensgebet mit anschließender Podiumsdiskussion zum gemeinsamen Wort der Kirchen am 01.09.97
  • Öffentlicher Wettbewerb zum Thema "Anspruch und Wirklichkeit von Gleichberechtigung" am 07.03.98
  • Öffentliche Veranstaltung anläßlich des 01. Mai 1998 am Bad Doberaner Kamp
  • Öffentliche Veranstaltung zum Thema "Halt Dich nicht raus, sei dabei!" am 12.09.98 im Kornhaus (danach)

Im Jahr l999 wollen wir uns vor allem folgenden Inhalten stellen:

Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen   Soziale Gerechtigkeit
  • Gleichstellung Frau/Mann sowie ausländischer Einwohnerinnen und Einwohner
  • Jugend- und Seniorenproblematik
  • Obdachlosigkeit

Zur inhaltlichen Profilierung der Arbeit unseres Aktionsbündnisses ist vorgesehen, am Sonnabend, dem 18. September 1999 ein erstes Treffen aller in Mecklenburg - Vorpommern tätigen Aktionsbündnisse im Bad Doberaner "Klub der Volkssolidarität" durchzuführen.

Die Mitglieder des Aktionsbündnisses sind sich darüber einig, daß wir über die Vorhaben des Jähres 1999 hinaus auf die Einwohnerinnen und Einwohner betreffenden Probleme flexibel reagieren werden.
Wir stellen uns das Ziel, einmal pro Quartal eine Beratung des Aktionsbündnisses öffentlich durchzuführen.
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aus: "Vorwärts" 4/97

"Jetzt reichts!! - über 500 TeilnehmerInnen bei Protestmarsch in Bad Doberan"
Die Empörung angesichts der 4,7 Millionen Arbeitslosen und steigenden Arroganz der CDU/CSU/FDP - Regierung in Bonn, die fatal an die Situation in Deutschland in den 30.-er Jahren erinnert, ließ Beate Mahr (MdL), die Initiative ergreifen. Gemeinsam mit DGB, Mitarbeitern der SPD-Landesgeschäftsstelle und Pastor A. Timm, wurde ein Flugblatt entwickelt und zum Protestmarsch gegen Massenarbeitslosigkeit und Sozialabbau aufgerufen. Arbeitslosenverband, AWO, Internationaler Bund für Sozialabbau, SJD-Die Falken, Wählergemeinschaften u.a.m. sagten ihre Teilnahme und Unterstützung zu. Um 18.00 Uhr sollte die Tradition der Montagsdemonstration in Bad Doberan nach über 7 Jahren wieder aufgenommen werden. Eine Viertelstunde vor Beginn waren nur kleine Grüppchen zu sehen, aber dann wurden es mehr als 500 Menschen.

Viele junge Leute, die auf ihren Plakaten Ausbildungsplätze forderten, Kranke und Mitarbeiter im Gesundheitswesen, die gegen die Gesundheitsreform und das Pflegegesetz protestieren, Arbeitslose, die Arbeit statt Sozialhilfe forderten. Groß auch die Solidarität derer, die Arbeit haben. In den Reihen der Protestierenden waren Unternehmer ebenso wie Arbeitslose. Der Protestmarsch endete vor dem Doberaner Münster, wo die Demonstranten mit ihrer Unterschrift gegen diese Politik protestieren. Die Demonstration wird am 7. April fortgesetzt und die Organisatoren hoffen, daß es nicht bei Bad Doberan bleibt, sondern daß in allen Kreisen Mecklenburg-Vorpommerns und darüber hinaus, deutlicher Widerstand gegen die Kahlschlagpolitik aus Bonn, gezeigt wird.
(A. van Loh)
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aus: "Ostseezeitung (OZ) lokal Bad Doberan" vom 10.09.1998

Aktionsbündnis lädt zu offenem Forum im Kornhaus ein:


Halt’ dich nicht raus, sei dabei!
Bad Doberan. Wer nicht wählt, wird trotzdem regiert. Dieses Wort im Ohr, hat das Aktionsbündnis für Arbeit und soziale Gerechtigkeit Bad Doberan - ihm gehören acht Vereine und Organisationen an - für kommenden Sonnabend im und vor dem Bad Doberaner Kornhaus eine großangelegte Veranstaltung geplant. Dazu eingeladen ist jedermann, mitmachen kann jedermann, mitreden auch. Sogar Reden schwingen, seine Meinung verkünden kann auch, wer möchte - so wie es seit langem im Londoner Hyde-Park üblich ist. Über all das stellten die Initiatoren das Motto "Halt’ dich nicht raus, sei dabei!"

"Nicht zur Wahl zu gehen, ist keine Alternative, auch Rechts wählen nicht", erklärt René Wiggers vom Aktionsbündnis. "Am Sonnabend ab 15.00 Uhr werden beim Komhaus keine Politiker auf dem Podium stehen um Sätze anzubieten, die jeder kennt. Wir wollen, daß die Doberaner Bürger zu Wort kommen. Welche Meinung haben sie, welchen Sinn sehen sie in Wahlen, welche Verwerfungen hat es nach ihrer Meinung gegeben." Zur Wahl zu gehen, sei demokratisches Recht - kein Muß wie in alten Zeiten. Und jeder sollte davon Gebrauch machen. Verschiedene Generationen sollen zu Wort kommen, Argumente austauschen - der 80-, 60-, 40- oder 20jährige. "Die Veranstaltung soll keine Tribüne für die zur Wahl stehenden Politiker sein; sie können sich, wenn sie wollen, als Bürger ein- bringen", erklärt Wiggers.

Der Tag wird zudem ein Polit-Quiz bringen, das überrascht. Sätze von Politikern unterschiedlichster Parteien werden zu hören sein, und wer zuerst erkennt, um wen es sich handelt, kann gewinnen - einen Kinobesuch, ein Essen, die Besteigung des Münsterturmes.

Ein Chor wird singen, die Doberaner Rock-Bands "Proto Plasma" und "Ikajel" sind dabei, ebenso die "Süßen Jungs" der Kammerhofschule. Für Kinder gibt es Bastelstraßen und eine Springburg. Und am Abend ab 20.00 Uhr ein Open-air-Konzert mit dem Liedermacher Arno Schmidt aus Berlin.
I.SP.
ein Foto mit der Unterschrift
Kommt zum Konzert: Arno Schmidt, hier mit Frank Seidlitz. Eintritt für Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger u.a. ermäßigt.
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aus: "Ostseezeitung (OZ) lokal Bad Doberan" vom 14.09.1998

Sonnabend-Talk im Doberaner Komhaus:


Nichtwählen ist keine Alternative
Bad Doberan. Es sollte eine Talk-Runde ohne Politiker sein, doch Politiker waren natürlich mit dabei, als es am Sonnabend im Kornhaus um die Aufforderung ging "Halt dich nicht raus, sei dabei!" Vom Aktionsbündnis für Arbeit und soziale Gerechtigkeit Bad Doberan angeregt, diskutierten Alte mit Jungen.
  Wählen gehen oder nicht wählen gehen, das war die Frage. Und die Antwort hieß: Wenn ich nicht wähle, dann lasse ich mit mir tun, was die Herrschaften da oben wollen "Wahlen sind noch die einzige Möglichkeit, Demokratie auszuüben", weiß Pastor Andreas Timm. Und das nur alle vier Jahre. "So lange bleibe im Amt, wer gut und wer schlecht ist", so Rita Sefeld, Abgeordnete in Doberans Stadtparlament. "Man müßte auch zwischendurch abwählen können!" Unsere Demokratieerfahrung heißt Rerik, stellte Rne‚ Wiggers fest: "Der Kreis war dagegen, die Bürger, die Stadtverwaltung. Doch der Bund verkaufte Wustrow an Fundus."
  Es wäre schön, wenn alle Versprechungen auch nach dem 27. September eingehalten wurden, wünscht die Jugend und fragt: Wie können Politiker haftbar gemacht werden? Oder: Es ist doch egal, was ich wähle. Wo sind denn die Unterschiede? Und: Warum sind die Hürden für Volksbegehren und Volksentscheid unerreichbar hoch? Damit man gleich weiß, daß man sie nie erreicht? "Was sollen die Bilder der Kandidaten - mit Locken oder ohne -, wenn sie mir nichts sagen? Besser ein Spruch als kein Spruch."
I.SP.
ein Foto mit der Unterschrift
Alt und jung trafen sich Sonnabend nachmittag im Kornhaus zur Diskussion mit dem Thema Wählen gehen oder nicht.

[Unser Kreisverband feierte an diesem Wochenende mit fast 150 Gästen seinen 5. Geburtstag, so daß niemand von uns anwesend war.]
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aus: "Ostsee-Anzeiger Bad Doberan" vom 21.04.1999

Volkslauf an der Molli-Spur


Einiges ist anders, vieles neu

Wem 6000 Meter nicht reichen, der kann am 1. Mai auch 12000 laufen
Bad Doberan. Es ist bereits der vierte Volkslauf, der am 1. Mai in Bad Doberan stattfindet. Ins Leben gerufen wurde er durch die Mecklenburger Bäderbahn Molli (MBB), fand Unterstützung beim Kreissportbund sowie bei der Stadt - sie zählen heute längst mit zu den Organisatoren. Im vergangenen Jahr gesellte sich das Aktionsbündis "Für Arbeit und soziale Gerechtigkeit" mit eigenen Aktivitäten auf dem Kamp dazu. Auch in diesem Jahr soll es wieder so sein. Am 1. Mai wird also auf dem Kamp wieder viel Interessantes geboten werden, auch für den, der lieber zuschaut und Beifall den aktiven Läufern heim Zieleinlauf spenden möchte. Die Ausschreibung für den Volkslauf liegt an allen Molli-Bahnhöfen aus, in der Stadtinformation und beim Kreinsportbund. Und dennoch möchten wir auf eimge Höhepunkte eingehen. Es gibt, sowie wir von Manfred Heidecke - Leiter Marketing und Vertrieb bei der MBB - erfahren konnten, so einige Neuheiten. Start ist aber wie gehabt am Bannhof in Heiligendamm um 11 Uhr, die jüngere Generation startet 10.30 Uhr bzw. 10.45 Uhr an der Pferderennbahn mit dem Ziel auf dem Kamp in Bad Doberan. Und jetzt die Neuheit: Um ll Uhr ist Start auf dem Kamp für alle Altersklassen und jene Durchtrainierten, die 12000 Meter als die für sie ansprechende Laufstrecke ansehen - einmal hin und zurück heißt hier also das Laufziel. Das traditionelle Wandern beginnt auf dem Kamp um 9.30 Uhr.
Kommen wir zur Preisverleihung, sind es natürlich die Plätze eins bis drei, die besonders bedacht werden. Laut Teilnehmerliste werden dann noch einmal 25 Sachpreise verlost, die die Molli GmbH spendiert.
Zusätzlich wird es in diesem Jahr noch ein Wissenstoto geben. Jeder kann mitmachen, die Zettel liegen an allen markanten Stellen auf dem Kamp aus. Und mit ein bißchen Glück, die fünf Kreuze auch den richtigen Antworten zugeordnet zu haben, können attraktive Preise gewonnen werden. Für den ersten gibt es ein Abendessen für zwei Personen in der "Schwanenstube" des Bomantik-Hotels in Bad Doberan, für den zweiten Platz werden eine Hin- und Rückfahrt für zwei Personen im Salonwagen des Molli und vier Piccoloflaschen Molli-Sekt spendiert. Der Drittplazierte kann sich auf eine Mitfahrt auf dem Führerstand der Molli-Lok freuen. Zusätzlich werden viele kleinere Gewinne vergeben.
Schauen wir ins Bühnenprogramm: Ab 9 Uhr stimmt die Disko Alliance auf den Tag ein. 9.30 Uhr wird der Volkslauf-Tag eröffnet. Wenn um 10.45 Uhr schon die ersten Läufer eintreffen, dann haben auch "Hannes und Fiete" ihren Auftritt auf der Bühne - bis gegen 12 Uhr. Danach erfolgt die Siegerehrung für die schnellsten Läufer und die Gruppe "Strandgut" spielt.
Auf der Bühne des Aktionsbündnis wird dieses durch René Wiggers vorgestellt. 15 Minuten später beginnt die Talk-Runde mit Politikern zu den Kommunalwahlen. Um 11 Uhr tritt die AWO-Kindergarten-Gruppe auf. Über den Tag sind Bastelstraßen, Spiel- und Malmöglichkeiten aufgebaut, für Essen und Trinken ist gesorgt, der Arbeitslosenverband, die AWO, die Falken, der Landfrauenverband, die PDS und die IG Metall "Dau wat" präsentieren sich. Und natürlich verwöhnen die "Süßen Jungs" wieder unsere Gaumen.
Um 14.30 Uhr tritt die Rockgruppe "Greenback" vom Gymnasium Kühlungsborn auf. Und um 15.30 Uhr werden die Gewinner aus dem Wissenstote ermittelt.
Übrigens, für den Volkslauf können die Meldungen schon jetzt an den Kreissportbund gegeben werden, sind aber auch noch bis 20 Minuten vor dem Staat am 1. Mai möglich.
E.M.R.
ein Foto mit der Unterschrift
Volkslauf entlang der Mollispur im vergangenen Jahr.

[Unser Kreisverband beteiligte sich mit einem Stand und insbesondere mit unserer Schokokußwurfmaschine.]
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aus: "Flugblatt des Aktionsbündnisses" vom Juni 1999

Frieden - leicht gesagt, schwer getan!

Zu Hause, beim Gespräch mit Freunden oder bei der Unterhaltung auf der Straße sind wir die größten "Friedenskämpfer".

Wir werden für den Frieden nichts tun können, wenn wir nur in "unserem Kämmerlein" agieren.

Darum laden wir alle Interessierten zu einer ersten Diskussionsrunde über die Hintergründe von Krieg und Frieden, über mögliche Aktionen in Bad Doberan und Umgebung sowie zur Verständigung untereinander ein.

  • Wann ? Donnerstag, 1. Juli 1999, 19.00 Uhr
  • Wo ? "Kornhaus" Bad Doberan

Im Anschluß wird der Film "Im Westen nichts Neues" aufgeführt.

Aktionsbündnis "Für Arbeit und soziale Gerechtigkeit" Bad Doberan
"Junge Gemeinde" der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Bad Doberan
LAURA e.V.
Henriette Fock


[Unser Kreisverband wird natürlich mit einigen Interessierten dabei sein.]
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aus: "Ostsee-Zeitung (OZ) lokal Bad Doberan" 31.08.1999

Diskussion über Krieg und Frieden

Bad Doberan. Zu einer Diskussionsrunde über die Hintergründe von Krieg und Frieden wird am 1. September Professor Heinrich Fink, Mitglied des Bundestages, um 20 Uhr im Komhaus Bad Doberan erwartet. Zu diesem Gespräch aus Anlass des Antilriegstages laden das Aktionsbündnis "Für Arbeit und soziale Gerechtigkeit" Bad Doberan, die "Junge Gemeinde" der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde der Kreisstadt und der Verein "Laura" ein.

Zuvor wird es um 19.15 Uhr am Bachgarten eine Kranzniederlegung geben und um 19.30 Uhr sind alle Interessierten zu einem Friedensgebet eingeladen.

aus: "Ostsee-Zeitung (OZ) lokal Bad Doberan" 03.09.1999

Bad Doberaner reden am Antikriegstag über den Frieden


Gegen die wachsende Gleichgültigkeit

Bad Doberan. 1. September 1999: Den 60. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkrieges nahmen Bad Doberaner zum Anlass, um der Opfer von damals zu gedenken. Sie fanden sich am Mittwoch Abend zu einem Friedensgebet im Münster und einer Diskussionsrunde zum Thema "Frieden - leicht gesagt, schwer getan" im Kornhaus zusammen.

"Den Toten zur Ehre, den Lebenden zur Pfficht" - so heißt es in der Inschrift des Denkmales am Münster. Dies war auch die Hauptfrage der Diskussionsrunde. Welche Pflicht haben die Uberlebenden? Welche Rolle spielt der Einzelne bei der Friedenserhaltung? Rund 60 interessierte Teilnehmer setzten sich im laufe des Abends mit diesen Fragen auseinander.

Professor Heinrich Fink, Mitglied des Bundestages, eröffnete die Gesprächsrunde mit seiner Biografie. Sie gleicht einer Odyssee quer durch Europa. "Frieden ist nur mit Gerechtigkeit möglich", argumentierte Fink. Für ihn ist Frieden mehr als ein Nichtkrieg. Frieden sei vor allem eine Auseinandersetzung mit der gesellschaltlichen Wirklichkeit.

Rene Wiggers, AWO-Mitarbeiter, wies vor allem auf die Rolle und die Verantwortung des Individuums zur Friedenserhaltung hin. "Wütend und hilflos" habe man beim Beginn des Kosovo-Krieges reagiert, erzählte er. Welche Möglichkeiten hat man schon als Individuum in solch einem Konflikt? Andere Gesprächsteilnehmer suchten nach Antworten. Man müsse zusammenarbeiten und versuchen, Konflikte durch Kommunikation zu lösen.

Ein Kritikpunkt, der in der Diskussion deutlich wurde, war die Passivität der Bevölkerung in der Demokratie. Es müsse etwas gegen die wachsende Gleichgültigkeit gegenüber der Geschichte getan werden, war die einhellige Meinung. "Es ist wichtig die Geschichte zu kennen, um etwas für die Zukunft zu tun", fasste Rene Wiggers zusammen.

SUSANNE KLEIST
ein Foto mit der Unterschrift
Etwa 60 Bad Doberaner hatten sich zum Antikriegstag eingefunden, um der Kriegsopfer zu gedenken. Zu ihnen sprach Prof. Fink (rechts).

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aus: "Ostsee-Zeitung (OZ) lokal Bad Doberan" 24.01.2000 [über Veranstaltung am 22.01.2000]

Für soziale Gerechtigkeit Bewusstsein bilden
Aktionsbündnisse im Erfahrungsaustausch

Bad Doberan. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen und Gesprächsrunden auf die Probleme in der Arbeitswelt und im sozialen Bereich aufmerksam zu machen, dieses Ziel verbindet alle Aktionsbündnisse aus Mecklenburg-Vorpommern, die sich am Samstag in Bad Doberan trafen, gleichermaßen. Grund für das hiesige Aktionsbündnis "Für Arbeit und soziale Gerechtigkeit", zu diesem Erfahrungsaustausch einzuladen. Und Vertreter von Gruppen aus Rostock und Schwerin kamen.

Das Bad Doberaner Bündnis findet seinen Ursprung im März 1997 mit einer ersten Montagsdemonstration für die Schaffung von Arbeitsplätzen. Gegründet unter anderem von der Landtagsabgeordneten Beate Mahr (SPD) und Pastor Andreas Timm beteiligen sich inzwischen in dem losen Verband acht Gruppierungen, der Wohlfahrts- und Gewerkschaftsverbände ebenso einschließt wie Parteien und evangelische Kirche.

Eines zeichnete sich in allen Bündnissen ab: Die Mobilisierung der Gruppen, die eigentlich betroffen sind, die "Arbeitslosen" und "sozial Schwachen" - wenn man sie überhaupt als eine Personengruppe so zusammenfassen will, ist häufig das eigentlich Komplizierte. Die Ergründung dieses Phänomens, die Suche nach Möglichkeiten der Einflussnahme für Veränderungen und eine mögliche Koordinierung bei bestimmten Aktionen waren die Hauptanliegen der Zusammenkunft.

Wenn heute von Arbeit gesprochen wird, gibt es mindestens zwei Aspekte, die damit einhergehen. Zum einen ist es eine Tätigkeit zur Deckung der materiellen Bedürfnisse. Hinzu kommt aber ein weit wichtiger und für die Erreichbarkeit der anzusprechenden Gruppe tragender Gesichtspunkt, darauf machte vor allem Andreas Timm aufmerksam. "Arbeit haben" ist notwendig verbunden mit Achtung und Stellung in der Gesellschaft. Allein die Überwindung zum Bekenntnis und die psychische Bewältigung von Arbeitslosigkeit fordert die Kraft des einzelnen. Mutlosigkeit ist häufige Folge. Deshalb, darüber war man sich am runden Tisch einig, sind diejenigen, die in Beschäftigung sind, verpflichtet, Aufmerksamkeit und Empfindlichkeit des Themas in die Politik, zu den sogenannten "Entscheidern", zu transportieren.

Die Frage nach dem "Wie?" regte das Interesse der Beteiligten. Während in Bad Doberan der Zulauf zu den Demonstrationen zurückging, von ursprünglich 500 waren es zuletzt 1998 nurmehr 50 Teilnehmer, rückten thematische Diskussionen in den Vordergrund. In der Vergangenheit unter anderem anlässlich des Natoeinsatzes im Kosovo "Frieden - leicht gesagt, schwer getan" oder aber "Halt dich nicht raus, sei dabei!". In Rostock versucht das "Bündnis Arbeit für alle" die Koalitionsparteien der Bürgerschaft - PDS und SPD - an ihre Grundsatzvereinbarungen im sozialen Bereich mit Anfragen zu hinterfragen. Einhellige Ansicht: nachahmenswert.

Im Herbst treffen die Bündnisse mit dem Vorhaben, Thesen zur "Arbeit und sozialer Sicherung" zu verfassen, zusammen.

K.H.
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