Oktober 1982 - Kohl wird Bundeskanzler
Oktober 1982: registrierte Arbeitslosigkeit = 1,6 Millionen (unbereinigt)
Dezember 1982
- Veränderung des Mietrechts, weniger Mieterschutz, Erleichterung von Mieterhöhungen
- Streichung des Schülerinnen-BAföG
- Umstellung des StudentInnen-Bafög auf Darlehen
Januar 1983
- Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung erhöht sich von 4% auf 4,6%
- Der Bezug von Arbeitslosengeld wird verkürzt
- Der Beitrag zur Rentenversicherung erhöht sich von 18% auf 18,5%
- Erhöhung der Mehrwertsteuer von 13% auf 14%
Dezember 1983: registrierte Arbeitslosigkeit = 2,349 Millionen
Januar 1984
- Senkung des Arbeitslosengeldes, Kurzarbeitergeldes und Schlechtwettergeldes für Erwerbslose ohne Kinder von 68% auf 63%, der Arbeitslosenhilfe von 58% auf 56%
Januar 1985
- Beteiligung der RentnerInnen an den Krankenversicherungsbeiträgen mit 4,5% (inzwischen: 6,57%)
- Die Sperrzeiten bei selbstverschuldeter oder selbstveranlasster Kündigung werden im AFG von 8 auf 12 Wochen verlängert
- Der Beitrag zur Rentenversicherung erhöht sich von 18,5% auf 18,7%
Februar 1985
- Der Beitrag zur Rentenversicherung erhöht sich von 18,7% auf 19,2%
April 1985
- Verabschiedung des Beschäftigungsförderungsgesetzes, Befristungen bis zu 18 Monaten ohne sachlichen Grund möglich
- Abschaffung der Couponsteuer
Dezember 1985: registrierte Arbeitslosigkeit = 2,347 Millionen
April 1986
- § 116 AFG wird geändert.- Mittelbar von einem Streik Betroffene ("kalte" Aussperrung") erhalten keine Arbeitslosenunterstützung
Juli 1986
- Änderung des Schwerbehindertengesetzes: der besondere Kündigungsschutz entfällt in den ersten sechs Monaten
- Senkung der Einkommensteuersätze
Januar 1988
- Kosten für Arbeitsförderungsmaßnahmen werden vom Bundeshaushalt auf die Bundesanstalt für Arbeit abgewälzt
- Senkung der Einkommensteuersätze
Januar 1989 - Gesundheitsreformgesetz
- drastische Erhöhung der Eigenbeteiligung beim Zahnersatz
- Wegfall bzw. Kürzung des Sterbegeldes
- Kürzung der Zuschüsse für Badekuren
- Selbstbeteiligung im Krankenhaus und bei stationären Kuren von 5,- auf 10,- DM je Tag
- Belastung insgesamt = 7 Milliarden
Juli 1989
- Das Beschäftigungsförderungsgesetz wird bis 1995 verlängert
- Anrechnung von Ausbildungszeiten in der Rentenversicherung nur noch sieben Jahre (bisher 13)
Oktober 1990
- Deutsche Einheit: Sozialversicherungstransfer von Deutschland-West noch Deutschland-Ost in zweistelliger Milliardenhöhe: jährlich ca. 50 Milliarden in den ersten Jahren, heute kaum weniger
- Senkung der Einkommensteuersätze, Senkung der Körperschaftssteuer
Januar 1991
- Erhöhung der Mineralölsteuer um 0,03 DM für unverbleites Benzin und 0,02 DM für verbleites Benzin
Februar 1991
- Erhöhung der Tabak- und Versicherungssteuer
April 1991
- Erhöhung des Arbeitslosenversicherungsbeitrages auf 6,8%
Juli 1991
- Erhöhung der Versicherungssteuer auf 10%
- Abschaffung der Börsenumsatzsteuer
Januar 1992
- Rentenreformgesetz (Ablösung der bruttolohnbezogenen Rente durch Nettolohnanpassung)
- Gesundheitsstrukturgesetz
- Weitere Belastungen im Volumen = 3,2 Milliarden
März 1992
Juli 1992
- Der zunächst auf ein Jahr befristete Solidaritätszuschlag wird verlängert
Dezember 1992: registrierte Arbeitslosigkeit = 3,126 Millionen
Januar 1993
- Kürzung bei ABM im Volumen von 6 Milliarden
- Erhöhung der Mehrwertsteuer von 14 auf 15%
Steueränderungsgesetz 92
- Entlastung für Unternehmen und Selbstständige bei der Gewerbe- und Vermögensteuer um 4 Milliarden
- Zinsabschlagsteuer: 30%
Juli 1993
- Erhöhung der Versicherungssteuer von 10 auf 12%
Dezember 1993: registrierte Arbeitslosigkeit = 3,689 Millionen
Januar 1994 - "Gesetz zur Arbeitsförderung"
- Kürzung der Lohnersatzleistungen um 3% (ohne Kind) bzw. l% (mit Kind) Einsparvolumen ca. 5 Milliarden
- Erhöhung des "Kohlepfennigs" Strom wird um l% teurer
- Erhöhung der Mineralölsteuer (für Benzin um 0,16 DM, für Diesel um 0,07 DM)
- Anhebung der Kfz-Steuer für Diesel-PKW um 7,50 DM je 100 ccm
Dezember 1994: registrierte Arbeitslosigkeit = 3,560 Millionen
Januar 1995
- Erhöhung der Versicherungssteuer auf 15%
- Wiedererhebung des Solidaritätszuschlages von 7,5%
- Halbierung der Vermögensteuer
Dezember 1995: registrierte Arbeitslosigkeit = 3,790 Millionen
März 1996
- Wegfall des Schlechtwettergeldes in der Bauwirtschaft
Oktober 1996 - "Aktionsprogramm für Investitionen und Arbeitsplätze mit der Konsequenz"
- Verschärfung der Zumutbarkeitsregelung des AFG und Abschaffung des in den ersten vier Monaten geltenden Berufs- und Qualifikationsschutzes
- Einschränkung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall auf 80% des Entgelts
- Aufhebung des Kündigungsschutzes für Beschäftigte kleinerer Betriebe
- Einschränkung der Sozialauswahlkriterien bei betriebsbedingten Kündigungen
- Kürzung des Krankengeldes um 10 auf 70%
- Abschaffung der Steuern auf Gewerbe-, Kapital- und Betriebsvermögen im Volumen von 9 Milliarden
- Abschaffung der Vermögensteuer
Dezember 1996: registrierte Arbeitslosigkeit = 4,6 Millionen
Januar 1997 - "Gesetz zur Umsetzung des Programms für mehr Wachstum und Beschäftigung im Bereich der Rentenversicherung und Arbeitsförderung"
- Verschlechterungen beim Kündigungsschutz
- Anhebung der Altersgrenze in der Rentenversicherung
März 1997 - "Gesetz zur Reform der Arbeitsförderung"
- Für Pendler drei Stunden lange Fahrtwege zumutbar
- Abfindungen werden bis auf geringe Freibeträge auf das halbe Arbeitslosengeld angerechnet, d.h. es wird solange das halbe Arbeitslosengeld bezahlt, bis der anrechenbare Teil der Abfindung (fiktiv) verbraucht ist
- Anspruchsdauer auf Arbeitslosengeld für Ältere wird gekürzt
- dritte Stufe der Gesundheitsreform bringt Erhöhung der Zuzahlung bei Kuren von 12 auf 25 DM mit sich; ferner werden die Zuzahlungen für Medikamente drastisch heraufgesetzt
- Abschaffung der Gewerbekapitalsteuer
Januar 1998: registrierte Arbeitslosigkeit = 4,8 Millionen (ca. 7 Millionen Arbeitslose unbereinigt)
Was sich zwischen 1980 und heute verändert hat:
- Die Produktivität der Arbeit ist um 34,9% gestiegen
- Die reale Kaufkraft der Arbeitnehmereinkommen ist um 2,2% gesunken
- Die Nettogewinne sind um 229,1% gestiegen
- Die Kosten der Arbeitslosigkeit sind von 31 Mrd. DM für 1980 auf ca. 160 Mrd. DM für 1996 gestiegen
- Anstieg der Staatsverschuldung. von 449 Mrd. DM 1980 auf 2.280 Mrd.DM 1998
- Anstieg des Geldvermögens in privater Hand von 1.484 Mrd.DM 1980 auf 4.955 Mrd. DM 1996 (die neusten Zahlen vom Juli 1998 5.500 Mrd. DM)
- Die Zunahme der Staatsverschuldung seit 1980 deckt sich ziemlich genau mit der Verringerung der Steuern auf Gewinn und Vermögenseinkommen jährlich ca. 70 bis 100 Mrd. DM)